Warum die Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig ist
Die Statistik ist eindeutig: Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig. Das bedeutet, dass rund 25 Prozent aller Erwerbstätigen irgendwann nicht mehr in der Lage sind, ihren erlernten Beruf auszuüben. Die häufigsten Ursachen sind dabei keineswegs Unfälle, wie viele vermuten. Psychische Erkrankungen wie Burnout und Depressionen stehen mit etwa 30 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Erkrankungen des Bewegungsapparats (rund 20 Prozent) und Krebserkrankungen (etwa 17 Prozent).
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht bei weitem nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu sichern. Wer nach 1961 geboren ist, hat keinen Anspruch mehr auf staatliche Berufsunfähigkeitsrente. Die volle Erwerbsminderungsrente erhalten Sie nur, wenn Sie weniger als drei Stunden am Tag irgendeiner Tätigkeit nachgehen können. Selbst dann beträgt sie im Durchschnitt nur etwa 950 EUR monatlich. Eine private BU-Versicherung ist daher für nahezu jeden Berufstätigen unverzichtbar.
Die richtige Höhe der BU-Rente: 60 bis 80 Prozent vom Netto
Als Faustregel gilt: Ihre BU-Rente sollte zwischen 60 und 80 Prozent Ihres aktuellen Nettoeinkommens betragen. Warum nicht 100 Prozent? Im Fall einer Berufsunfähigkeit entfallen bestimmte Kosten wie Fahrtkosten zur Arbeit oder berufsbedingte Ausgaben. Gleichzeitig können jedoch neue Kosten entstehen, beispielsweise für Therapien oder Umbauten in der Wohnung.
Beispielrechnung: Ein 30-jähriger Ingenieur verdient 3.500 EUR netto monatlich. Bei einer empfohlenen Absicherung von 75 Prozent ergibt sich eine BU-Rente von 2.625 EUR monatlich. Wird er mit 42 Jahren berufsunfähig und hat bis zum Endalter 67 abgesichert, erhält er insgesamt 25 Jahre lang diese Rente – das sind rund 787.500 EUR. Ohne private BU-Versicherung stünden ihm bestenfalls 950 EUR Erwerbsminderungsrente zur Verfügung, eine Differenz von 1.675 EUR monatlich.
Bedenken Sie bei der Kalkulation auch: Eine BU-Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung mit dem Ertragsanteil. Die tatsächliche Steuerlast ist jedoch deutlich geringer als bei regulärem Einkommen, sodass die genannten 60 bis 80 Prozent in der Regel ausreichen.
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Gesundheitsfragen und Risikoprüfung: So bereiten Sie sich vor
Die Gesundheitsfragen im BU-Antrag sind der entscheidende Moment. Hier gilt eine absolute Wahrheitspflicht. Falsche oder unvollständige Angaben können dazu führen, dass der Versicherer im Leistungsfall die Zahlung verweigert und den Vertrag anficht. Typischerweise werden die letzten fünf Jahre ambulanter und die letzten zehn Jahre stationärer Behandlungen abgefragt.
Praktische Tipps für die Gesundheitsprüfung:
- Fordern Sie vor der Antragstellung Ihre Patientenakte bei allen Ärzten der letzten fünf bis zehn Jahre an. So haben Sie einen vollständigen Überblick über dokumentierte Diagnosen.
- Auch Bagatellerkrankungen wie kurzfristige Rückenschmerzen oder eine Grippe müssen angegeben werden, sofern sie ärztlich behandelt wurden.
- Psychotherapeutische Behandlungen sind besonders sensibel. Wurden Sie innerhalb des Abfragezeitraums therapiert, sollten Sie dies unbedingt angeben.
- Nutzen Sie die Möglichkeit einer anonymen Voranfrage bei mehreren Versicherern. So erfahren Sie, ob und zu welchen Bedingungen Sie versichert werden, ohne dass eine Ablehnung dokumentiert wird.
Bei Vorerkrankungen kann der Versicherer einen Risikozuschlag erheben, bestimmte Erkrankungen ausschließen oder den Antrag ablehnen. Eine professionelle Beratung hilft, den optimalen Versicherer für Ihre persönliche Situation zu finden.
Nachversicherungsgarantie: Flexibel bleiben bei Lebensveränderungen
Das Leben verändert sich, und mit ihm der Absicherungsbedarf. Die Nachversicherungsgarantie ist eine der wichtigsten Vertragsklauseln in einer BU-Versicherung. Sie erlaubt es Ihnen, die versicherte BU-Rente bei bestimmten Ereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
Typische Anlässe für eine Nachversicherung sind:
- Heirat oder Eintragung einer Lebenspartnerschaft
- Geburt oder Adoption eines Kindes
- Gehaltserhöhung von mindestens 10 Prozent
- Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit
- Erwerb einer Immobilie
- Abschluss eines Studiums oder einer Ausbildung
Ein Beispiel: Sie schließen als Berufseinsteiger mit 25 Jahren eine BU-Rente von 1.500 EUR ab. Mit 32 Jahren heiraten Sie und bekommen ein Kind. Dank der Nachversicherungsgarantie können Sie die Rente auf 2.500 EUR erhöhen, ohne dass der Versicherer Ihre Gesundheit erneut prüft. Das ist besonders wertvoll, wenn zwischenzeitlich Vorerkrankungen aufgetreten sind.
Tipps zur Antragstellung und nächste Schritte
Damit Ihr BU-Schutz optimal greift, sollten Sie folgende Punkte bei der Antragstellung beachten:
- Endalter 67: Wählen Sie das Endalter der BU-Rente möglichst bis zum Renteneintrittsalter. Ein früheres Endalter spart zwar Beitrag, lässt Sie aber in den letzten Berufsjahren ungeschützt.
- Verzicht auf abstrakte Verweisung: Achten Sie darauf, dass der Versicherer Sie nicht auf einen anderen Beruf verweisen darf. Die WWK verzichtet in ihren Tarifen grundsätzlich auf die abstrakte Verweisung.
- Dynamik vereinbaren: Eine jährliche Beitragsdynamik von 3 Prozent sorgt dafür, dass Ihre BU-Rente mit der Inflation Schritt hält.
- Früh abschließen: Je jünger und gesünder Sie beim Abschluss sind, desto günstiger sind die Beiträge. Ein 25-Jähriger zahlt für den gleichen Schutz oft nur die Hälfte im Vergleich zu einem 40-Jährigen.
Nutzen Sie unseren BU-Bedarfsrechner, um Ihre persönliche Absicherungslücke zu ermitteln. In wenigen Schritten erfahren Sie, wie hoch Ihre BU-Rente sein sollte und was eine passende Absicherung kostet.
Ausführliche Informationen zu den BU-Tarifen der WWK finden Sie auf unserer Produktseite zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Für eine persönliche Beratung stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.