Wann brauchen Sie eine Risikolebensversicherung?
Eine Risikolebensversicherung (RLV) sichert Ihre Hinterbliebenen finanziell ab, falls Sie unerwartet versterben. Besonders wichtig ist dieser Schutz in folgenden Lebenssituationen:
- Familien mit Kindern: Wenn ein Elternteil stirbt, muss das verbleibende Einkommen ausreichen, um Miete, Lebenshaltung und Kinderbetreuung zu finanzieren. Bei kleinen Kindern besteht dieser Bedarf über viele Jahre.
- Immobilienfinanzierung: Ein laufendes Baudarlehen von beispielsweise 350.000 EUR muss auch nach dem Tod des Hauptverdieners bedient werden. Ohne RLV droht der Verlust des Eigenheims.
- Alleinverdiener-Modell: Wenn ein Partner zu Hause bleibt und die Kinder betreut, hängt das gesamte Familieneinkommen an einer Person. Im Todesfall bricht diese Existenzgrundlage weg.
- Geschäftspartner: Auch Unternehmer sollten über eine Partner-RLV nachdenken, um das Unternehmen bei Verlust eines Gesellschafters abzusichern.
Weniger dringlich ist eine RLV für Singles ohne Unterhaltsverbindlichkeiten oder für Paare, bei denen beide Partner finanziell unabhängig sind und keine gemeinsamen Schulden bestehen.
Die Faustregel: 3 bis 5 Jahresgehälter als Versicherungssumme
Die wichtigste Frage bei der RLV lautet: Wie hoch muss die Versicherungssumme sein? Als bewährte Faustregel gilt, das drei- bis fünffache des Jahresbruttoeinkommens abzusichern. Für eine präzisere Berechnung sollten Sie folgende Faktoren berücksichtigen:
Schritt 1 – Laufende Kosten berechnen: Ermitteln Sie die monatlichen Fixkosten Ihrer Familie (Miete oder Kreditrate, Nebenkosten, Versicherungen, Lebensmittel, Kinderbetreuung). Multiplizieren Sie diesen Betrag mit der Anzahl der Jahre, in denen Ihre Familie auf das Einkommen angewiesen wäre.
Schritt 2 – Bestehende Schulden addieren: Offene Immobiliendarlehen, Ratenkredite oder sonstige Verbindlichkeiten müssen im Todesfall beglichen werden.
Schritt 3 – Hinterbliebenenversorgung abziehen: Berücksichtigen Sie Witwen- und Waisenrente, betriebliche Hinterbliebenenleistungen und vorhandenes Vermögen.
Beispielrechnung: Familie Schmidt – Herr Schmidt verdient 55.000 EUR brutto, zwei Kinder (3 und 6 Jahre), Immobilienkredit mit 280.000 EUR Restschuld. Monatlicher Bedarf der Familie: 2.800 EUR. Die Kinder brauchen noch etwa 15 Jahre Unterstützung: 15 x 12 x 2.800 = 504.000 EUR. Plus Restschuld: 504.000 + 280.000 = 784.000 EUR. Abzüglich Witwenrente (ca. 900 EUR x 12 x 15 = 162.000 EUR): 784.000 – 162.000 = 622.000 EUR. Eine Versicherungssumme von 600.000 bis 650.000 EUR wäre hier empfehlenswert.
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Fallende oder konstante Versicherungssumme?
Bei der Risikolebensversicherung haben Sie die Wahl zwischen zwei Varianten:
Konstante Versicherungssumme: Die Auszahlungssumme bleibt über die gesamte Laufzeit gleich. Diese Variante eignet sich, wenn Sie Ihre Familie unabhängig von Schulden absichern möchten. Beispiel: 400.000 EUR Versicherungssumme, egal ob der Todesfall im ersten oder im zwanzigsten Vertragsjahr eintritt.
Fallende Versicherungssumme: Die Versicherungssumme sinkt jährlich – idealerweise parallel zur Tilgung eines Darlehens. Diese Variante ist deutlich günstiger und perfekt zur Absicherung einer Baufinanzierung geeignet. Beispiel: Startssumme 300.000 EUR, die sich über 25 Jahre parallel zur Darlehenstilgung auf null reduziert. Der Beitrag kann bis zu 40 Prozent niedriger sein als bei einer konstanten Summe.
Für viele Familien empfiehlt sich eine Kombination: Eine fallende RLV zur Absicherung des Immobilienkredits und eine konstante RLV für den allgemeinen Hinterbliebenenschutz.
Über-Kreuz-Versicherung: Der Steuertrick für Paare
Die Auszahlung einer Risikolebensversicherung kann der Erbschaftsteuer unterliegen. Bei hohen Versicherungssummen kann dies die Hinterbliebenen erheblich belasten. Die Lösung: die Über-Kreuz-Versicherung.
Bei diesem Modell schließt jeder Partner einen Vertrag auf das Leben des anderen ab. Partner A ist Versicherungsnehmer und versicherte Person ist Partner B – und umgekehrt. Im Todesfall erhält der überlebende Partner die Leistung als Versicherungsnehmer und nicht als Begünstigter aus dem Vertrag des Verstorbenen. Da es sich um eine eigene Versicherungsleistung handelt, fällt diese nicht in die Erbmasse und ist somit erbschaftsteuerfrei.
Rechenbeispiel: Versicherungssumme 500.000 EUR. Bei einem verheirateten Paar beträgt der Erbschaftsteuer-Freibetrag 500.000 EUR. Kommen weitere Vermögenswerte wie eine Immobilie hinzu, wird der Freibetrag schnell überschritten. Ohne Über-Kreuz-Modell könnten auf die RLV-Leistung bis zu 15 Prozent Erbschaftsteuer anfallen – das wären 75.000 EUR weniger für die Familie. Mit dem Über-Kreuz-Modell bleibt die volle Summe erhalten.
Kosten und nächste Schritte
Eine Risikolebensversicherung ist eine der günstigsten Versicherungen überhaupt. Hier einige Kostenbeispiele für einen Nichtraucher mit einer Laufzeit bis Alter 65:
- 30-jähriger Mann, 250.000 EUR konstant: ab ca. 12 EUR monatlich
- 30-jährige Frau, 250.000 EUR konstant: ab ca. 7 EUR monatlich
- 35-jähriger Mann, 400.000 EUR konstant: ab ca. 22 EUR monatlich
- 35-jährige Frau, 400.000 EUR konstant: ab ca. 13 EUR monatlich
- 40-jähriger Mann, 300.000 EUR fallend: ab ca. 14 EUR monatlich
Für weniger als den Preis eines monatlichen Streaming-Abos sichern Sie Ihre Familie gegen das schlimmste Szenario ab. Raucher zahlen in der Regel einen Zuschlag von 50 bis 100 Prozent. Bestimmte Berufsgruppen oder Hobbys wie Motorsport oder Fallschirmspringen können ebenfalls zu Zuschlägen führen.
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