Die Rentenlücke: So berechnen Sie Ihren Vorsorgebedarf

Sparschwein mit Münzen als Symbol für Altersvorsorge

Viele Menschen verlassen sich auf die gesetzliche Rente – und erleben beim Renteneintritt eine böse Überraschung. Denn zwischen dem, was sie zum Leben brauchen, und dem, was die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) zahlt, klafft oft eine erhebliche Lücke. Diese sogenannte Rentenlücke zu kennen und rechtzeitig zu schließen, ist eine der wichtigsten finanziellen Aufgaben im Berufsleben.

Berechnen Sie jetzt mit unserem Rentenlücken-Rechner, wie groß Ihre persönliche Vorsorge-Lücke ist.

Was ist die Rentenlücke?

Die Rentenlücke beschreibt die Differenz zwischen dem Einkommen, das Sie im Ruhestand benötigen, um Ihren gewohnten Lebensstandard zu halten, und dem Betrag, den Sie tatsächlich aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten. Faustregel: Im Alter benötigen die meisten Menschen etwa 70 bis 80 % ihres letzten Nettoeinkommens, um ihren Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Die Rentenlücke entsteht aus mehreren Gründen: Das Rentenniveau sinkt seit Jahren, die Lebenserwartung steigt (und damit die Bezugsdauer), und die Inflation entwertet die zukünftige Kaufkraft der Rentenansprüche. Schon heute beträgt die durchschnittliche Altersrente in Deutschland nur rund 1.100 bis 1.500 EUR brutto – für viele Menschen reicht das nicht aus.

Warum die gesetzliche Rente nicht ausreicht

Das Rentenniveau liegt 2026 bei etwa 48 % des Durchschnittseinkommens. Das bedeutet: Ein Durchschnittsverdiener, der 45 Jahre lang Beiträge gezahlt hat, erhält eine monatliche Bruttorente von rund 1.800 EUR. Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung (ca. 11 %) bleiben etwa 1.600 EUR netto übrig.

Doch die Realität sieht für viele schlechter aus:

Wie berechnet man die Rentenlücke?

Die Berechnung der Rentenlücke folgt einem einfachen Prinzip in drei Schritten:

Schritt 1 – Bedarf ermitteln: Schätzen Sie Ihren monatlichen Bedarf im Ruhestand. Orientieren Sie sich an 70–80 % Ihres aktuellen Nettoeinkommens. Berücksichtigen Sie dabei, dass manche Kosten wegfallen (z. B. Fahrtkosten zur Arbeit, berufsbedingte Ausgaben), während andere steigen können (Gesundheit, Freizeit, Reisen).

Schritt 2 – Vorhandene Ansprüche ermitteln: Prüfen Sie Ihre jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Dort finden Sie Ihre voraussichtliche Bruttorente. Addieren Sie weitere Einkünfte: betriebliche Renten, private Rentenversicherungen, Mieteinnahmen, Kapitalerträge.

Schritt 3 – Lücke berechnen: Ziehen Sie die verfügbaren Einkünfte vom Bedarf ab. Die Differenz ist Ihre Rentenlücke.

Beispielrechnung: Die Rentenlücke konkret

Betrachten wir den Fall von Lisa, 35 Jahre alt, Angestellte mit 3.200 EUR netto monatlich:

Um diese 1.000 EUR monatlich über 25 Jahre Rentenzeit abzudecken, benötigt Lisa ein Zusatzvermögen von rund 300.000 EUR (bei 2 % Verzinsung im Rentenbezug und Kapitalverzehr). Startet sie heute mit 35 Jahren, muss sie monatlich etwa 450 bis 550 EUR sparen – je nach Rendite ihrer Anlage.

Noch dramatischer sieht es bei einem höheren Lebensstandard aus: Wer 2.000 EUR monatlich braucht, aber nur 1.200 EUR aus der GRV erhält, hat eine Lücke von 800 EUR – und benötigt bei gleichen Annahmen rund 240.000 EUR zusätzliches Vermögen.

Das 3-Schichten-Modell: Die Lücke systematisch schließen

Das deutsche Altersvorsorgesystem basiert auf drei Schichten, die sich optimal ergänzen:

Schicht 1 – Basisversorgung: Gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup). Die Beiträge sind steuerlich voll absetzbar (2026: 100 %), die Rente wird später nachgelagert besteuert. Besonders für Selbständige und Gutverdiener ist die Rürup-Rente eine hervorragende Ergänzung zur GRV.

Schicht 2 – Geförderte Vorsorge: Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge (bAV). Beide profitieren von staatlichen Zulagen bzw. Steuervorteilen. Die bAV ist besonders attraktiv, wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss leistet – seit 2022 ist ein Zuschuss von mindestens 15 % Pflicht.

Schicht 3 – Private Vorsorge: Fondsgebundene Rentenversicherungen, ETF-Sparpläne, Immobilien. Diese Schicht bietet maximale Flexibilität. Besonders fondsgebundene Rentenversicherungen verbinden die Renditechancen des Kapitalmarkts mit steuerlichen Vorteilen in der Auszahlungsphase (Ertragsanteilsbesteuerung ab 62 Jahren und 12 Jahren Laufzeit).

Der Schlüssel liegt in der Kombination: Nutzen Sie die steuerlichen Vorteile der Schichten 1 und 2 maximal aus und ergänzen Sie mit der Flexibilität von Schicht 3. Je früher Sie beginnen, desto mehr arbeitet der Zinseszinseffekt für Sie.

Wie groß ist Ihre persönliche Rentenlücke? Finden Sie es in wenigen Minuten heraus – mit unserem Rentenlücken-Rechner. Auf Basis Ihres Einkommens, Alters und Ihrer bestehenden Vorsorge zeigt er Ihnen den monatlichen Sparbedarf, um Ihre Lücke zu schließen.

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