Gebühren fressen Rendite: Der unterschätzte Kostenfaktor

Lupe auf Finanzdokument symbolisiert Kostenanalyse

Warum Kosten die wichtigste Stellschraube sind

Wenn Anleger über ihre Geldanlage nachdenken, dreht sich fast alles um Rendite: Welcher Fonds hat die beste Performance? Welche Aktie steigt am stärksten? Doch eine mindestens ebenso wichtige Frage wird oft übersehen: Was kostet mich meine Geldanlage?

Der entscheidende Unterschied zwischen Rendite und Kosten: Die künftige Rendite ist ungewiss – niemand kann sie vorhersagen. Kosten hingegen sind sicher, transparent und kontrollierbar. Jeder Euro, den Sie an Gebühren einsparen, ist ein Euro mehr in Ihrem Vermögen. Kosten sind damit die einzige Stellschraube, die Sie mit Sicherheit zu Ihrem Vorteil drehen können.

Der Gebühren-Schneeball

Kosten wirken ähnlich wie der Zinseszins – nur in die falsche Richtung. Man könnte von einem negativen Zinseszins-Effekt sprechen: Jedes Jahr verlieren Sie nicht nur die Gebühr auf Ihr aktuelles Vermögen, sondern auch die Rendite, die dieses verlorene Geld in den Folgejahren erwirtschaftet hätte.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Wenn Ihnen in Jahr 1 durch Kosten 100 EUR entgehen, fehlen in Jahr 2 nicht nur diese 100 EUR, sondern auch die 6 EUR Rendite darauf. In Jahr 3 fehlen bereits 112,36 EUR. Nach 30 Jahren ist aus den verlorenen 100 EUR ein Fehlbetrag von über 570 EUR geworden. Kosten „schneeballen" sich also über die Zeit zu enormen Summen.

Rechenbeispiel: 1 % macht den Unterschied

Schauen wir uns ein konkretes Szenario an: Sie sparen 200 EUR monatlich über 30 Jahre. Die Brutto-Rendite Ihrer Anlage beträgt 7 % p.a. Je nach Kostenbelastung ergibt sich ein völlig anderes Endvermögen:

Das bedeutet: Allein der Unterschied zwischen 1 % und 2 % jährlicher Kosten macht über 30 Jahre rund 31.000 EUR aus – bei identischem Sparverhalten und identischer Brutto-Rendite. Bei 3 % Kosten verlieren Sie gegenüber dem kostenfreien Szenario sogar 93.000 EUR. Das ist mehr als Ihre gesamten Einzahlungen (72.000 EUR)!

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Welche Kosten gibt es?

Bei Investmentfonds und Versicherungsprodukten fallen verschiedene Kostenschichten an, die sich zu einer erheblichen Gesamtbelastung summieren können:

Addiert man alle Schichten, kommen bei klassischen Fondspolicen schnell 2–3 % Gesamtkosten pro Jahr zusammen. Bei günstigen Nettopolicen mit ETFs sind hingegen Gesamtkosten unter 1 % möglich.

So minimieren Sie Kosten

Die gute Nachricht: Sie haben es in der Hand, Ihre Kostenbelastung deutlich zu senken. Hier die wichtigsten Hebel:

Denken Sie daran: 1 % Kostenersparnis pro Jahr bedeutet bei 200 EUR monatlicher Sparrate und 30 Jahren Laufzeit rund 31.000 EUR mehr Vermögen. Das ist keine Kleinigkeit – das ist ein Kleinwagen oder ein halbes Jahr Gehalt.

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