Pflegelücke berechnen: Was die Pflegeversicherung wirklich zahlt

Ältere Person wird fürsorglich von Pflegekraft betreut

Pflegegrade 1 bis 5: Was bedeuten sie konkret?

Seit 2017 ersetzen die fünf Pflegegrade die früheren drei Pflegestufen. Die Einstufung erfolgt durch den Medizinischen Dienst (MD) anhand eines Punktesystems, das die Selbstständigkeit in sechs Lebensbereichen bewertet: Mobilität, kognitive Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, Umgang mit Krankheiten sowie Gestaltung des Alltagslebens.

Wichtig zu wissen: Etwa 4,6 Millionen Menschen in Deutschland sind aktuell pflegebedürftig. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens auf Pflege angewiesen zu sein, liegt bei rund 50 Prozent. Pflege betrifft also nicht nur Hochbetagte, sondern kann durch Unfälle oder schwere Erkrankungen auch jüngere Menschen treffen.

Gesetzliche Leistungen versus tatsächliche Kosten: Die Pflegelücke

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist als Teilkaskoversicherung konzipiert. Das bedeutet: Sie übernimmt nur einen Teil der tatsächlichen Pflegekosten. Den Rest – den sogenannten Eigenanteil – müssen Pflegebedürftige und ihre Familien selbst tragen. Und genau hier entsteht die Pflegelücke.

Hier ein Überblick der gesetzlichen Leistungen bei stationärer Pflege im Vergleich zu den durchschnittlichen tatsächlichen Kosten:

Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) liegt bundesweit im Durchschnitt bei rund 2.400 EUR pro Monat. Hinzu kommen Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. In einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg können die Eigenanteile sogar über 2.800 EUR liegen.

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Konkretes Beispiel: Pflegegrad 3 in stationärer Pflege

Nehmen wir Frau Müller, 74 Jahre alt, Pflegegrad 3, die in ein Pflegeheim in Bayern einzieht. Ihre monatlichen Kosten setzen sich wie folgt zusammen:

Gesamtkosten: 3.720 EUR – Kassenleistung: 1.262 EUR – Eigenanteil: 2.458 EUR pro Monat.

Das sind 29.496 EUR pro Jahr. Frau Müllers Rente beträgt 1.350 EUR. Es verbleiben 1.108 EUR, die aus Ersparnissen, vom Ehepartner oder von den Kindern aufgebracht werden müssen. Bei einer durchschnittlichen Verweildauer im Pflegeheim von drei bis vier Jahren summiert sich die Pflegelücke auf 40.000 bis 53.000 EUR. Ohne private Vorsorge kann das die gesamte Familie finanziell belasten – denn das Angehörigen-Entlastungsgesetz greift erst bei einem Jahresbruttoeinkommen der Kinder von über 100.000 EUR.

Private Pflegevorsorge: Ihre Optionen im Überblick

Es gibt verschiedene Wege, die Pflegelücke privat zu schließen:

Pflegerentenversicherung: Sie zahlen regelmäßige Beiträge und erhalten im Pflegefall eine monatliche Rente, deren Höhe sich nach dem Pflegegrad richtet. Vorteil: Die Leistung ist flexibel verwendbar und nicht zweckgebunden. Die WWK Pflegerente bietet bereits ab Pflegegrad 2 eine Teilleistung und ab Pflegegrad 4 die volle vereinbarte Rente.

Pflegetagegeldversicherung: Ähnlich der Pflegerente, aber die Leistungshöhe wird als Tagessatz definiert. Beispiel: Ein Tagessatz von 60 EUR entspricht einer monatlichen Leistung von 1.800 EUR.

Pflege-Bahr (staatlich gefördert): Der Staat fördert private Pflegezusatzversicherungen mit 5 EUR monatlich (60 EUR pro Jahr), sofern Sie mindestens 10 EUR Eigenbeitrag zahlen. Der Pflege-Bahr hat keine Gesundheitsprüfung, was ihn besonders für Menschen mit Vorerkrankungen attraktiv macht. Allerdings sind die Leistungen begrenzt: Für Pflegegrad 5 werden mindestens 600 EUR monatlich gezahlt. Als alleinige Absicherung reicht der Pflege-Bahr daher nicht aus, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein.

Jetzt handeln: Je früher, desto günstiger

Die Beiträge für eine private Pflegevorsorge hängen stark vom Eintrittsalter ab. Wer mit 35 Jahren eine Pflegerente von 1.500 EUR monatlich absichert, zahlt je nach Anbieter zwischen 40 und 70 EUR pro Monat. Wer erst mit 55 Jahren beginnt, muss mit dem doppelten bis dreifachen Beitrag rechnen. Ein früher Start lohnt sich also nicht nur finanziell, sondern auch gesundheitlich – denn mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, dass Vorerkrankungen zu Zuschlägen oder Ablehnungen führen.

Nutzen Sie jetzt unseren Pflegelücken-Rechner, um Ihren individuellen Vorsorgebedarf zu ermitteln. Informieren Sie sich anschließend über die WWK Pflegerente, die flexible Leistungen ab Pflegegrad 2 bietet und sich an Ihre persönliche Lebenssituation anpassen lässt.

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