Inflation und Kaufkraft: Warum Ihr Geld jedes Jahr weniger wert wird

Börsenticker und Finanzdaten als Symbol für Inflation und Geldwertverlust

Was ist Inflation und wie entsteht sie?

Inflation beschreibt den anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Einfach ausgedrückt: Für den gleichen Geldbetrag können Sie sich im Laufe der Zeit immer weniger leisten. Wenn die Inflationsrate bei 2 Prozent liegt, kostet ein Produkt, das heute 100 EUR kostet, in einem Jahr 102 EUR. Das klingt zunächst harmlos, doch über Jahrzehnte entfaltet dieser Effekt eine enorme Wirkung.

Die Ursachen für Inflation sind vielfältig. Die Nachfrageinflation entsteht, wenn die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen das Angebot übersteigt. Die Kosteninflation wird durch steigende Produktionskosten ausgelöst, beispielsweise durch höhere Energiepreise oder Löhne. Und die geldpolitische Inflation entsteht, wenn die Geldmenge schneller wächst als die Wirtschaftsleistung. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ein Inflationsziel von 2 Prozent pro Jahr, das sie als preisstabil betrachtet.

Historische Inflationsraten in Deutschland

Ein Blick auf die Geschichte zeigt, wie unterschiedlich die Inflation in Deutschland ausfiel:

Der langfristige Durchschnitt seit 1950 liegt bei rund 2,6 Prozent pro Jahr. Für langfristige Planungen ist eine Annahme von 2 bis 3 Prozent jährlicher Inflation realistisch.

Kaufkraftverlust berechnen: Der stille Vermögensfresser

Die Wirkung der Inflation wird durch den Zinseszinseffekt massiv verstärkt. Hier einige eindrucksvolle Rechenbeispiele:

Bei 2 Prozent Inflation:

Bei 3 Prozent Inflation:

Das bedeutet konkret: Wer heute 2.000 EUR Rente benötigt, braucht bei 2 Prozent Inflation in 30 Jahren bereits 3.623 EUR, um den gleichen Lebensstandard zu halten. Bei 3 Prozent Inflation wären es sogar 4.854 EUR. Wer diesen Kaufkraftverlust nicht einplant, wird im Alter deutlich weniger Lebensqualität haben als erwartet.

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Inflation und Altersvorsorge: Realrendite versus Nominalrendite

Für die Altersvorsorge ist nicht die Nominalrendite entscheidend, sondern die Realrendite. Die Realrendite ergibt sich vereinfacht aus der Nominalrendite minus der Inflationsrate.

Beispiel Sparbuch oder Tagesgeld: Sie erhalten 1,5 Prozent Zinsen bei einer Inflation von 2,5 Prozent. Ihre Realrendite beträgt minus 1 Prozent. Ihr Geld verliert also real an Wert, obwohl der Kontostand nominell wächst. Auf 50.000 EUR bedeutet das einen realen Verlust von 500 EUR pro Jahr.

Beispiel klassische Lebensversicherung: Der aktuelle Höchstrechnungszins beträgt 1,0 Prozent. Selbst mit Überschussbeteiligung kommen viele Policen auf eine Gesamtverzinsung von etwa 2,5 Prozent. Bei 2 Prozent Inflation bleibt eine Realrendite von mageren 0,5 Prozent – kaum genug, um die Kaufkraft des angesparten Kapitals zu erhalten.

Beispiel fondsgebundene Rentenversicherung: Historisch erzielten breit gestreute Aktienfonds eine durchschnittliche Rendite von 7 bis 8 Prozent pro Jahr. Nach Abzug von 2 Prozent Inflation verbleibt eine Realrendite von 5 bis 6 Prozent. Hier wächst Ihr Vermögen tatsächlich, auch nach Berücksichtigung der Inflation.

Die Botschaft ist klar: Wer die Inflation schlagen will, muss in Anlageformen investieren, die eine Rendite oberhalb der Inflationsrate erwirtschaften. Reine Sparprodukte reichen dafür in den meisten Marktphasen nicht aus.

Strategien gegen Inflation: So schützen Sie Ihr Vermögen

Es gibt bewährte Strategien, um Ihr Erspartes vor dem schleichenden Kaufkraftverlust zu bewahren:

1. Breit gestreute Aktienanlage: Aktien von Unternehmen profitieren langfristig von Inflation, da Unternehmen ihre Preise anpassen können. Ein weltweit gestreuter ETF auf den MSCI World erzielte in den letzten 50 Jahren eine durchschnittliche Rendite von etwa 8 Prozent pro Jahr – deutlich über der Inflationsrate.

2. Fondsgebundene Rentenversicherung: Sie kombiniert die Renditechancen von Aktienfonds mit den steuerlichen Vorteilen einer Versicherung. Im Gegensatz zum reinen ETF-Depot profitieren Sie von der günstigen Ertragsanteilsbesteuerung im Alter und können lebenslange Rentenzahlungen sicherstellen.

3. Immobilien: Sachwerte wie Immobilien gelten als Inflationsschutz, da Mieten und Immobilienpreise tendenziell mit der Inflation steigen. Allerdings sind Immobilien illiquide und erfordern hohes Startkapital.

4. Dynamik in Versicherungsverträgen: Vereinbaren Sie in Ihrer Altersvorsorge eine jährliche Beitragsdynamik von 3 bis 5 Prozent. So steigen Ihre Einzahlungen und damit auch Ihre spätere Rente parallel zur Inflation.

5. Rentenanpassungsgarantie: Achten Sie bei Rentenversicherungen darauf, dass die ausgezahlte Rente regelmäßig angepasst wird, um den Kaufkraftverlust im Rentenalter auszugleichen.

Die Inflation ist kein Grund zur Panik, aber ein wichtiger Faktor, den Sie bei jeder finanziellen Entscheidung berücksichtigen sollten. Nutzen Sie unseren Inflationsrechner, um die Auswirkungen auf Ihre konkrete Situation zu berechnen. Je früher Sie gegensteuern, desto besser sind Sie im Alter aufgestellt.

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