Ein Moment der Unachtsamkeit -- Millionenschaden
Es braucht keine kriminelle Energie, um einen anderen Menschen in den finanziellen Ruin zu stürzen -- oder selbst dort zu landen. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit reicht aus. Ein Radfahrer übersieht beim Abbiegen einen Fußgänger, der stürzt und erleidet eine schwere Rückenverletzung mit dauerhafter Behinderung. Die Folge: lebenslange Pflegekosten, Verdienstausfall und Schmerzensgeld. Vor deutschen Gerichten werden in solchen Fällen regelmäßig Summen von zwei Millionen Euro und mehr zugesprochen.
Ein weiteres Beispiel: Sie spielen mit Ihren Kindern im Park und stoßen versehentlich eine ältere Person um. Oberschenkelhalsbruch, drei Monate Krankenhausaufenthalt, anschließend Pflegebedürftigkeit. Behandlungskosten, Umbauten in der Wohnung, Pflegepersonal und Schmerzensgeld summieren sich schnell auf 500.000 EUR und mehr. Ohne Haftpflichtversicherung haften Sie mit Ihrem gesamten Vermögen, und zwar ein Leben lang. Eine Privatinsolvenz schützt Sie dabei nur bedingt, denn Schadenersatzforderungen aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung sind von der Restschuldbefreiung ausgenommen.
Personenschäden: Das größte Risiko
Die mit Abstand teuersten Haftpflichtschäden sind Personenschäden, insbesondere wenn junge Menschen dauerhaft geschädigt werden. Die Schadenhöhe berechnet sich aus mehreren Komponenten, die sich über Jahrzehnte summieren.
Nehmen wir ein konkretes Szenario: Sie verursachen einen Unfall, bei dem ein 30-jähriger Ingenieur mit einem Jahresgehalt von 60.000 EUR querschnittsgelähmt wird. Der Verdienstausfall bis zum Rentenalter von 67 Jahren beträgt allein 2,22 Millionen EUR. Hinzu kommen Pflegekosten von geschätzt 4.000 EUR monatlich über 40 Jahre, also weitere 1,92 Millionen EUR. Schmerzensgeld für Querschnittslähmung liegt laut Urteilen des Bundesgerichtshofs bei 300.000 bis 500.000 EUR. Dazu kommen Umbaukosten für barrierefreies Wohnen, Hilfsmittel und Therapien. Die Gesamtsumme übersteigt leicht 5 Millionen EUR.
Solche Szenarien sind keine theoretischen Extremfälle. Sie passieren jeden Tag auf Deutschlands Straßen, in Wohnungen und auf Spielplätzen. Wer ohne ausreichende Deckungssumme dasteht, zahlt den Rest seines Lebens dafür.
Warum 10 Millionen Deckung Standard sein sollte
Angesichts der möglichen Schadenhöhen stellt sich die Frage: Welche Deckungssumme ist ausreichend? Die Antwort der meisten unabhängigen Versicherungsexperten und Verbraucherschützer ist eindeutig: mindestens 10 Millionen EUR pauschal für Personen- und Sachschäden.
Das klingt nach einer astronomischen Summe, doch der entscheidende Punkt ist: Der Preisunterschied zwischen 5 Millionen und 10 Millionen EUR Deckungssumme beträgt bei den meisten Versicherern weniger als 10 EUR pro Jahr. Für den Preis eines Kaffees pro Monat verdoppeln Sie Ihren Schutz. Es gibt kaum eine Investition mit einem besseren Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Warum nicht einfach 5 Millionen? Weil Personenschäden bei jungen Geschädigten mit hohem Einkommen die 5-Millionen-Grenze durchaus sprengen können. Und weil eine Unterdeckung bedeutet, dass Sie den Differenzbetrag aus eigener Tasche zahlen. Bei einer Forderung von 7 Millionen EUR und einer Deckung von 5 Millionen bleiben 2 Millionen EUR an Ihnen hängen.
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Oft vergessen: Mietsachschäden und Schlüsselverlust
Neben Personenschäden gibt es zwei häufig unterschätzte Risiken, die in einer guten Privathaftpflicht explizit mitversichert sein sollten: Mietsachschäden und der Verlust fremder Schlüssel.
Mietsachschäden: Stellen Sie sich vor, in Ihrer Mietwohnung bricht durch einen technischen Defekt oder eine Unachtsamkeit ein Brand aus. Die Küche ist zerstört, der Rauch hat die gesamte Wohnung beschädigt, die darunterliegende Wohnung hat Löschwasserschäden. Die Sanierungskosten können schnell 200.000 EUR und mehr betragen. Nicht jede Haftpflichtversicherung deckt Mietsachschäden automatisch ab. Prüfen Sie daher unbedingt, ob diese Position in Ihrem Vertrag enthalten ist und ob die Deckungssumme ausreichend ist.
Schlüsselverlust: Wer einen Schlüssel zu einer gemieteten Wohnung oder einem Bürogebäude verliert, muss unter Umständen die gesamte Schließanlage austauschen lassen. Bei einem modernen Bürokomplex mit elektronischer Schließanlage und hunderten Türen kann das schnell 30.000 bis 50.000 EUR kosten. In Mehrfamilienhäusern mit Generalschlüsselsystem sind es oft 5.000 bis 15.000 EUR. Diese Kosten sind ohne Versicherungsschutz vom Verursacher zu tragen.
Die wichtigste Versicherung überhaupt
Unter allen Versicherungen, die es in Deutschland gibt, ist die Privathaftpflichtversicherung nach einhelliger Expertenmeinung die mit Abstand wichtigste. Nicht die Hausratversicherung, nicht die Rechtsschutzversicherung, nicht einmal die Berufsunfähigkeitsversicherung, so wichtig sie auch ist, kann in der Prioritätenliste vor der Haftpflicht stehen.
Der Grund ist einfach: Die Haftpflicht schützt vor existenziellen Risiken, also vor Forderungen, die Ihr gesamtes Vermögen und Ihr zukünftiges Einkommen über Jahrzehnte aufzehren können. Und das zu Kosten von lediglich 50 bis 80 EUR pro Jahr für eine Einzelperson oder 70 bis 100 EUR für eine Familie. Es gibt keine andere Versicherung, die für so wenig Geld ein so großes Risiko absichert.
Trotzdem haben laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft rund 15 Prozent der deutschen Haushalte keine Privathaftpflicht. Wer dazugehört, geht ein Risiko ein, das im schlimmsten Fall die gesamte finanzielle Existenz zerstören kann. Prüfen Sie noch heute Ihren Versicherungsschutz und stellen Sie sicher, dass Ihre Deckungssumme, Ihre Einschlüsse und Ihre Selbstbeteiligung zu Ihrer Lebenssituation passen.
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